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Kaufberatung Camcorder
Wer darüber nachdenkt, sich einen Camcorder anzuschaffen, fühlt sich vielleicht erst einmal von den vielen Begriffen wie CCD-Chip, „Progressive Scan“-Funktion oder FireWire-Port überfordert.
Um sich einen Überblick über die angebotenen Camcorder und die Bedeutung der einzelnen Funktionen machen zu können, haben wir für Sie einige Informationen zusammengestellt. Wir hoffen, dass diese Ihnen bei Ihrer Kaufentscheidung helfen und Sie am Ende genau das Produkt erstehen, welches Ihren ganz persönlichen Ansprüchen gerecht wird.
Beim Kauf eines Camcorders sollte man folgendes beachten:
1. Was passt zu mir?
2. Wie arbeitet der Camcorder?
3. Was kostet mich ein Camcorder?
4. Nun wird`s technisch – Worauf man beim Kauf achten sollte!
a) Optischer, digitaler und manueller Zoom
b) Optischer und digitaler Bildstabilisator
c) Display und Sucher
d) Audiofunktionen
e) Anschlüsse
f) Autofokus/ Manuelles Fokussieren
g) Weißabgleich
h) Verschlusszeit und Blende
i) ND-Filter
j) Speichermedium
k) Akkulaufzeit
l) „Progressive Scan“-Funktion
m) Gewinde
5. Was gehört alles dazu? - Der Lieferumfang
6. Tipps und Tricks
1. Was passt zu mir?
Beim Kauf eines Camcorders sollten Sie darüber nachdenken, für welchen Zweck Sie ihr neues Gerät nutzen wollen. Wollen Sie „richtige“ Filme drehen? Die Kamera mit in den Urlaub nehmen und einen scharfgestochenen Blick auf die schöne Umgebung werfen? Oder wollen Sie privat ein paar Filmaufnahmen, z. B. von einem Kindergeburtstag machen? Wollen Sie mit dem Camcorder auch fotografieren oder Standbilder aus dem Videomaterial in Fotoqualität drucken?
Dies alles sind Fragen, die Sie sich auf jeden Fall stellen sollten, denn bei Camcordern gibt es – wie bei fast allen technischen Geräten – viele Unterschiede in Qualität, Größe und Ausstattung.
Für den Hausgebrauch sind die kleineren und vor allem günstigeren Geräte genau das Richtige.
Haben Sie ein größeres Filmprojekt im Auge, bei dem Sie besonderen Wert auf die Farbdarstellung legen, empfiehlt es sich, ein teureres Modell zu kaufen, das mit drei statt einem CCD-Chip (wird unter 2. erklärt) ausgestattet ist.
Wollen Sie den Camcorder viel draußen und in Extremsituationen einsetzen, achten Sie vor allem auf die Robustheit des Gerätes.
Beachten Sie auch, dass alle wichtigen Funktionen für Sie bequem zu bedienen sind, denn an Bedienerfreundlichkeit sollte es einem Camcorder nicht fehlen. Das Design wird bei Ihrer Wahl wahrscheinlich auch eine große Rolle spielen. Letztendlich sollte bei solch einem großen, fast unüberschaubaren Angebot von verschiedenen Herstellern aber auch ein wenig auf seinen Bauch gehört werden.
2. Wie arbeitet der Camcorder?
Das besondere an einem Camcorder ist die Möglichkeit, den aufgenommenen Film/die aufgenommenen Bilder schon während der Aufnahme bzw. unmittelbar danach auf dem Gerät anzusehen. Man muss also nicht mehr warten, bis man zuhause die Videokamera umständlich an den Fernseher angeschlossen hat, sondern kann sich noch vor Ort des Geschehens von der Qualität der eigenen Aufnahmen überzeugen. Außerdem können Sie mit den meisten Camcordern auch Fotos in hoher Qualität machen.
Die wichtigsten Bestandteile eines Camcorders sollen hier kurz erklärt werden.
Das Wichtigste an einem Camcorder ist der CCD-Chip, der auch Bildwandler genannt wird.
CCD bedeutet Charge-Coupled-Device, (ladungsgekoppeltes Bauelement). Dies ist der Bildsensor, der durch das Objektiv einfallendes Licht aufnimmt, in elektrische Signale umwandelt und dadurch das Bild erzeugt.
Die CCDs bestehen aus Hunderttausenden von lichtempfindlichen Zellen und haben einen Durchmesser von ca. 1/3 bis ¼ Zoll. Prinzipiell gilt: Je größer die Fläche des CCD-Chips ist und je mehr lichtempfindliche Zellen vorhanden sind, desto besser ist die Lichtempfindlichkeit und desto geringer ist das Bildrauschen. Vom CCD-Chip hängt praktisch alles ab: Die Farbtiefe, die Farbwiedergabe, die Schärfe der Bilder sowie die Detailgenauigkeit.
Momentan liegt die Standard-Pixelmenge bei einem 1-CCD-Chip-Camcorder bei 800.000 Pixel. Hiermit kann ein Hobby- bzw. Amateurfilmer bereits exzellente Aufnahmen machen.
Bei 3-CCD-Chip-Camcordern ist die Pixelanzahl der einzelnen Chips von Gerät zu Gerät unterschiedlich. Sie liegt zwischen 570.000 und 1.070.000 Pixel pro Chip. Für jede der RGB-Farben (Rot, Grün, Blau) gibt es einen eigenen Chip.
Diese Technik ermöglicht sehr hochwertige Bilder mit einer wesentlich höheren Farbintensität bzw. Farbtiefe und eine bessere Auflösung – logisch: Gibt es für jede der RGB-Farben einen „eigenen Pixel“, kann sie auch intensiver wirken. Dementsprechend herausragend ist die Bildqualität.
Beachten Sie ganz besonders die Pixelmengen-Angabe: Die Angabe, die auf der Verpackung steht, bezieht sich meistens nur auf die Fotofunktion. Die für die Filmaufnahmen relevante Pixelanzahl wird vom Hersteller nicht angegeben und lässt sich auch nur schwer herausfinden. Wenn der Camcorder zudem einen digitalen Bildstabilisator hat, hat die angegebene Pixelmenge noch weniger mit der wahrlich genutzten Pixelanzahl zu tun.
Der CCD-Chip kann nicht vollständig für das Videobild verwendet werden, weil ein Teil der Fläche als Verschiebefläche für den digitalen Bildstabilisator dient, der auf diesem Weg Bildverwackelungen ausgleicht. Darunter leidet die Bildqualität, vor allem bei schlechter Beleuchtung.
Die meisten Camcorder haben einen CCD-Chip. Dies ist völlig ausreichend für Hobby-Filmer und auch für „Semi-Profis“.
Sehr hochwertige und leistungsfähige Camcorder haben 3 CCD-Chips. Damit entsprechen sie schon fast den Anforderungen einer „Profi-Kamera“. In der Regel sind 3-Chip-Camcorder teurer als die 1-Chip-Modelle.
Neben dem CCD-Chip ist das Objektiv eines der wichtigsten und teuersten Bestandteile eines Camcorders.
Es ist Voraussetzung für eine gute Farbtiefe und die genaue Abbildung von kleinsten Details. Bei hochwertigen Camcordern werden häufig Objektive von Carl Zeiss oder Leica verwandt.
3. Was kostet mich ein Camcorder?
Die Preise für Camcorder variieren stark, je nachdem wie groß der Camcorder ist, wofür er genutzt werden kann und wie viel Zubehör er mitbringt.
Für einen anständigen Camcorder für Einsteiger und/oder Wenig-Filmer sollten Sie mit 400 Euro bis 800 Euro rechnen. Dafür erhalten Sie ein Gerät, dass digital filmt und Bild und Ton sowohl digital wie auch analog ausgeben kann. Durch die kleineren CCD-Chips muss man aber im Vergleich zu „mittel-teuren“ und teuren Modellen Abstriche bei der Bildqualität machen. Diese günstigeren Camcorder verfügen meist nur über einen elektronischen Bildstabilisator.
Die mittlere Preisklasse liegt zwischen 800 und 1500 Euro. Für diesen Preis erhält man zum einen mehr Features als bei den Einsteigermodellen, zum anderen ist die Bildqualität aufgrund der größeren CCD-Chips meistens besser.
Somit kann auch der elektronische Bildstabilisator besser arbeiten, er hat eine größere Verschiebefläche.
Des weiteren gibt es 1-Chip-Camcorder, die statt eines digitalen einen optischen Bildstabilisator haben. Sie verfügen außerdem über mehr Features. Sie liefern qualitativ bessere Aufnahmen als die 1-Chip-Modelle mit elektronischem Bildstabilisator.
Am hochwertigsten und damit auch am teuersten sind die Drei-Chip-Modelle, die bis vor kurzem nur für Profi-Filmer erschwinglich waren. Heute sind sie schon ab einem Preis von ca.900 Euro zu haben.
Diese Camcorder heben sich selbstverständlich mit ihren zahlreichen Features, ihrer Bedienerfreundlichkeit, ihren optischen Bildstabilisator und nicht zuletzt mit ihren hochauflösenden Fotos von den Ein-Chip-Modellen ab.
Die Anschaffung eines solchen Gerätes lohnt sich jedoch eher für sehr engagierte Filmer und Fast-Profis, für Hobby-Filmer reicht ein 1-Chip-Camcorder völlig aus.
4. Nun wird's technisch - Worauf Sie beim Kauf achten sollten?
a) optischer und digitaler Zoom
Camcorder verfügen über einen optischen und einen digitalen Zoom, welche der Ausschnittwahl von Nah- und Fernmotiven dienen.
Der Zoomfaktor berechnet sich aus dem Verhältnis der maximalen und der minimalen Brennweite. Liegt die Brennweite einer Kamera also zwischen 5 und 50 Millimetern, hat man einen 10-fachen Zoom. Ein guter Camcorder hat mindestens einen 12-fachen optischen Zoom, auffallend gut sind Camcorder mit einem 20-fachen Zoom.
Beim optischen Zoom verstellt man die Brennweite des Objektives und kann so exakt den Bildausschnitt heranholen bzw. in die Ferne schieben, den man gern aufnehmen möchte.
Der Wert für den optischen Zoom ist der, auf den Sie besonders achten sollten. Bei ihm gibt es keine Qualitätsverluste, weil der CCD-Chip aufgrund der optischen Vergrößerung dieselbe Auflösung beibehält.
Beim digitalen Zoom wird lediglich ein Ausschnitt auf dem Bildchip elektronisch vergrößert. Aus einem Bildpixel werden so z. B. vier gemacht. Dadurch werden die Bilder grobkörnig, es entsteht ein bemerkbarer Qualitätsverlust.
Der Zoom kann entweder elektronisch über Wippschalter eingestellt werden oder man kann den Zoom auch über den sogenannten Objektivring manuell anpassen. Die manuelle Anpassung des Zooms ist meistens genauer, da man kleinere Einstellungsschritte vornehmen kann.
Achten Sie also beim Kauf auf die Angaben zum optischen und digitalen Zoom. Die Werte für den digitalen Zoom können sehr hoch sein, dies sagt jedoch wenig über die Qualität der Aufnahmen aus. Die Angaben zum optischen Zoom sind sehr viel ausschlaggebender, die Digitaleffekte benötigen Sie meistens nicht. Häufig wird aus einem 10-fachen optischen Zoom und einer 30-fachen digitalen Vergrößerung ein 300-facher Superzoom gemacht. Seien Sie also wachsam und lassen sich nicht täuschen!
b) optischer und elektronischer Bildstabilisator
Der Bildstabilisator in einem Camcorder dient dazu, Bildverwackelungen und unruhige Kameraführungen auszugleichen bzw. zu reduzieren.
Auch hier gibt es zwei verschiedene Systeme, den optischen und den elektrischen Bildstabilisator.
Beim optischen Bildstabilisator erfolgt der Ausgleich durch Magnetfelder oder schwimmende Linsen, die den Bewegungen sensorgesteuert entgegenlaufen.
Der elektrische Bildstabilisator arbeitet anders. Ein Teil der Fläche des CCD-Chips wird genutzt, um Verwacklungen auszugleichen. Das heißt, er wird als sogenannte Verschiebefläche gebraucht. Dieser Teil ist folglich nicht für die „aktiven Videoaufnahmen“ nutzbar. Darunter leidet die Bildqualität.
Der elektronische Bildstabilisator führt zu scharfen Übergängen und Schlieren im Bild, während der optische Bildstabilisator für eine weichere, insgesamt unsichtbarere Wirkung sorgt. Stellt man also hohe Ansprüche an die Qualität der Aufnahmen, empfiehlt es sich, ein Gerät mit einem optischen Bildstabilisator zu wählen.
c) Display und Sucher
Das Display und der Sucher spielen gerade unter widrigen Umständen wie strahlendem Sonnenschein oder sehr schlechter Beleuchtung eine große Rolle. Displays haben die Aufgabe, aufgenommene Szenen bereits bei der Wiedergabe direkt kontrollieren zu können.
Der Sucher dient der Bildsuche bei ungünstigen Lichtsituationen. Über ihn kann man bereits die Schärfe, den Kontrast und die Farbwirkung beurteilen. Ein guter Farbsucher hat eine Auflösung von ca. 180.000 Pixel, während ein einfacher nur auf 100.000 Pixel kommt.
Die meisten Camcorder verfügen heute über ausklappbare Farbdisplays mit einer Bilddiagonale von 2,5 bis 4 Zoll (entspricht ca. 6-10 cm). Außerdem sollten Displays in viele Richtungen schwenkbar sein, um auch gute Aufnahmen aus ungünstigen Positionen heraus machen zu können (z. B. über Kopf).
Displays dienen heutzutage bei vielen Camcordern auch als Touchscreens, über die man das Menü einfach und unkompliziert mit dem Finger bedienen kann.
d) Audiofunktionen
Bei Camcordern gibt es zwei verschiedene Verfahren zur Tonaufnahme. Manche Camcorder haben zwei Audiokanäle, andere vier.
Die zeitgleiche Nutzung von vier Kanälen ist aber nur bei besonders hochwertigen Modellen möglich. Im Regelfall werden bei der Aufnahme zwei der vier Kanäle genutzt. Dann kann man nachträglich die anderen beiden mit Sprache oder Musik bespielen.
Da heutzutage die Nachvertonung überwiegend am PC gemacht wird, ist es nur noch selten notwendig, die zwei verbleibenden Kanäle zu bespielen.
Für Aufnahmen, bei denen der Ton besonders wichtig ist, etwa bei Interviews oder Musikfilmen, empfiehlt es sich, ein externes Mikrofon anzuschließen. Vergewissern Sie sich also, dass bei Ihrem Camcorder eine Anschlussmöglichkeit für ein externes Mikrofon besteht. Bei einem externen Mikrofon denken Sie auch an den Windschutz für Außenaufnahmen.
Die Eigengeräusche des Camcorders werden von Modell und Aufnahmetechnik abhängig unterschiedlich laut mitaufgezeichnet. Besonders bei Geräten mit Bandlaufwerken kann es zu störenden, surrenden Tonaufnahmen kommen.
e) Anschlüsse
Camcorder verfügen über eine Vielzahl von analogen oder digitalen Anschlüssen. Man kann sie damit am PC, am Fernseher oder am Video-Rekorder anschließen. Ebenso sollte man Kopfhörer und ein externes Mikrofon anschließen können.
Zu den analogen Ausgängen zählen Composite-Video und S-VHS. Diese sind in der Regel immer bei einem Camcorder vorhanden. Wollen Sie aber VHS-Quellen wie z.B. Ihre alten Videokassetten auf den Camcorder kopieren, benötigen Sie auch einen analogen Eingang, diese sind jedoch eher selten.
Zu den digitalen Ausgängen gehört z. B. FireWire (auch unter dem Namen IEEE 1394 oder i.link bekannt). Über diesen Ausgang können Sie den Camcorder an den PC, Fernseher oder einen DV- bzw. DVD-Recorder anschließen. Dieser Ausgang heißt DV-Out.
Das über DV-Out überspielte Material kann so geschnitten und bearbeitet werden. Wenn Sie das geschnittene Material nun zurück auf den Camcorder spielen wollen, benötigen Sie auch einen digitalen Eingang, also einen DV-Eingang oder DV-In.
In preiswerteren Modellen wird der FireWirePort (FireWirePort= DV-In und DV-Out) leider häufig ausgeschaltet, da für Camcorder mit DV-In eine höhere Import-Besteuerung verlangt wird.
Zollrechtlich gelten Camcorder, die Bild und Ton von externen Quellen aufnehmen können, als Recorder. Recorder müssen beim Import höher besteuert werden als Geräte, die dies nicht können, diese werden als Kameras deklariert.
Der FireWire Port lässt sich bei einigen Geräten mit einer speziellen Software wieder freischalten, dies ist jedoch nicht bei allen möglich.
Die Sony DCR-TRV 50 verfügt sogar schon über einen Internetzugang (Bluetooth), welcher sich laut Hersteller z. B. wunderbar dazu eignet, Party-Fotos direkt von der Party über das Internet an Freunde zu schicken.“
f) Autofokus/ Manuelles Fokussieren
Beim Autofokus ihres Camcorders sollten Sie auf die Geschwindigkeit achten. Ein schneller Autofokus ermöglicht scharfe Schnappschüsse.
Wollen Sie häufig bewegte Objekte oder kontrastreiche Hintergründe filmen/fotografieren, haben Sie einen Blick darauf, dass sich der Autofokus abstellen lässt. Ein manueller Fokus ist wichtig, da der Autofokus bei bewegten Objekten häufig unscharfe Aufnahmen macht oder ständig auf ein neues Objekt scharf stellt, das Sie gar nicht filmen/fotografieren wollen. Dieses ständige Hin- und Herfokussieren verbraucht viel Strom, daher ist ein manueller Fokus für solche Fälle sehr wichtig.
Berücksichtigen Sie auch, dass der Objektivring relativ griffig sein sollte, um die Szenen per Hand gut scharf stellen zu können. Leider sind die manuellen Fokus-Optionen nur bei wenigen Camcordern akzeptabel. Meistens ist nur ein Ring vorhanden, auf dem keine Distanzen verzeichnet sind. Außerdem gibt es auch Camcorder, bei denen das manuelle Fokussieren nicht über einen Ring, sondern über das Menü oder einfach durch das Drücken einer Bedientaste zu erledigen ist. Entscheiden Sie sich hier einfach für die Bedienungsart, die Ihnen persönlich am meisten zusagt.
g) Weißabgleich
Der Weißabgleich ist bei einem Camcorder sehr wichtig.
Das menschliche Auge ist dazu in der Lage, sich schnell und gut an verschiedene Lichtverhältnisse zu gewöhnen und weiß immer als weiß wahrzunehmen, technische Aufnahmegeräte können dies nicht.
Unterschiedliche Lichtquellen haben unterschiedliche Farbtemperaturen. Die Farbtemperatur wird in Kelvin (K) gemessen. Nun werden Sie sich fragen: Was hat das mit einem Camcorder zu tun?
Für Sie bedeutet dies folgendes: Je niedriger die Farbtemperatur, desto rötlicher erscheint die Farbgebung. Je höher die Farbtemperatur, desto bläulicher die Farbgebung.
Es ist also wichtig, die Kamera der jeweiligen Farbtemperatur anzugleichen.
Camcorder verfügen in der Regel über einen automatischen Weißabgleich, der bei den meisten Lichtverhältnissen den CCD-Chip auf die richtige Farbtemperatur einstellt.
Es gibt jedoch auch Fälle, in denen das nicht gut gelingt, z. B. bei zwei verschiedenen Lichtquellen (einfallendes Tageslicht durchs Fenster in ein Zimmer mit künstlicher Beleuchtung) oder bei Motiven, in denen kein Grau oder Weiß enthalten ist.
Ist Ihnen also die Farbqualität Ihrer Aufnahmen besonders wichtig, achten Sie darauf, dass mit dem Camcorder auch ein manueller Weißabgleich möglich ist. Der Camcorder reagiert sensibel auf verschiedene Lichtquellen. Für den manuellen Weißabgleich haben die meisten eine Taste. Bedienen Sie diese Taste und halten ein weißes bzw. graues Blatt Papier vor die Linse, ist der manuelle Weißabgleich ganz einfach und unkompliziert.
h) Verschlusszeit und Blende
Die Blende und die Verschlusszeit spielen eine wichtige Rolle bei der Belichtung des Bildes.
Die Blende steuert die Menge des einfallenden Lichtes, die Verschlusszeit bestimmt die Dauer der Belichtung.
Der Camcorder benötigt eine bestimmte Menge an Licht, um „gute“ Bilder zu machen. Sind die idealen Lichtverhältnisse nicht gegeben, muss der Lichteinfall mit Hilfe der Blende und der Verschlusszeit angepasst werden. Ist es dunkel, empfiehlt es sich, eine lange Verschlusszeit zu wählen (ca.: 1/25 bis 1/30 Sekunde) und eine „geschlossenere Blende“. Ist es sehr hell, nehmen Sie eine kurze Verschlusszeit (z. B. 1/600 Sekunde) und eine weitere Blendenöffnung.
Blendenöffnungen liegen zwischen F/1,4 und F/2,0. Hier gilt: Es kann umso mehr Licht ins Objektiv gelangen, je kleiner der kleinste Blendenwert ist.
Blende und Verschlusszeit stehen in unmittelbarer Relation zueinander.
Um immer eine optimale Aufnahme ohne Über- bzw. Unterbelichtung, ohne Unschärfen oder unpassende Lichteffekte machen zu können, sollte die Belichtungszeit manuell einstellbar sein. Es gibt bei den meisten Camcordern aber auch verschiedene Voreinstellungen, die Sie nutzen können.
Die Lichtstärke wird in Lux gemessen. Sie gibt an, bei welcher vorhandenen Lichtmenge noch Aufnahmen gemacht werden können. Die durchschnittlichen Minimalwerte liegen bei 2 bis 7 Lux. Je kleiner dieser Wert ist, desto besser kann der Camcorder auch bei schlechten Lichtverhältnissen arbeiten, d.h. desto weniger natürliches Licht braucht man. Manche Camcorder haben sogar eine 0 Lux „Night Shot“ Funktion, mit der man in absoluter Dunkelheit arbeiten kann. Die Qualität ist allerdings auch damit nicht besonders gut.
i) ND-Filter
Der Neutral-Density-Filter, zu deutsch: Neutraldichtefilter, ist eine gefasste Glas- oder Kunststoffscheibe, die vor dem Objektiv angebracht werden kann. Der ND-Filter wird auch „Graufilter“ genannt, weil er neutral-grau eingefärbt ist, um die Farbwiedergabe nicht zu verfälschen.
ND-Filter benötigt man, wenn man Außenaufnahmen bei großer Helligkeit machen will. Er reduziert das in die Linse einfallende Licht und sorgt für eine gleichmäßige Abdunklung im Bild. So werden verschwommene oder überbelichtete Bilder vermieden.
ND-Filter kann man auch gesondert kaufen und auf das Objektiv schrauben, sofern es über ein Gewinde verfügt.
j) Speichermedium/Formate
Es gibt verschiedene Speicherarten, wovon hier kurz die gängigsten vorgestellt werden sollen:
Die am häufigsten vertretenen Speicherformate bei einem Camcorder sind MiniDV und Digital8.
Das MiniDV-Format findet man vor allen Dingen in Camcordern für den Hausgebrauch, manchmal auch in Semi-Profi-Geräten. MiniDV speichert im DV-Format. Einziger Unterschied zu einer „normalen DV“ ist die Größe der Speicherkassette. Die MiniDV ist sehr klein (ca. so groß wie eine Streichholzschachtel) und kompakt und wird in den meisten kleineren Camcordern eingesetzt. Die Bildqualität ist hervorragend, ebenso wie die Tonqualität, die der einer CD in nichts nachsteht.
MiniDV ist noch Standard unter den Speichermedien eines Camcorders.
Sony stellt bereits Camcorder mit MicroMV her. MicroMV ist noch kleiner als MiniDV und nimmt im MPEG2-Format auf.
Es soll bei geringeren Datenraten die gleiche Bild- und Tonqualität liefern. Vorteil dieser Micro-MV`s ist es, sehr kleine Camcorder bauen zu können. Nachteilig ist, dass die Qualität in der Praxis nicht an die der anderen Formate heranreicht und es bisher kaum Hard- und Software zur Schnittbearbeitung des Materials gibt.
Die Digital8-Kassetten, die es bisher nur von Sony gibt, haben das gleiche Speicherformat wie MiniDV-Kassetten (auch hier wird im DV-Format gespeichert). Digital8 kann auch analoge Aufnahmen abspielen bzw. analoge Videos in digitale umwandeln. Die Bild- und Tonqualität ist ebenso gut wie bei einem Camcorder mit MiniDV. Die Digital8-Kassetten sind aber weniger kompakt als die MiniDV-Kassetten, dementsprechend sind auch die Camcorder mit Digital8-Kassetten größer.
Bei den neueren DVD-Camcordern wird auf DVD-Medien im MPEG-2-Format gespeichert. Diese sind aber noch nicht so weit verbreitet.
Auf eine DVD passen aber nur etwa halb so viele Daten wie auf eine DV-Kassette, das bedeutet, dass nur ca. 30-60 Minuten Filmmaterial auf einem Rohling gespeichert werden können. Die DVD hat aber den Vorteil, dass sie auch auf DVD-Playern abgespielt werden kann. Außerdem kann der DVD-Camcorder als externer DVD-Brenner genutzt werden. Hierzu wird er über eine USB-Schnittstelle mit dem PC verbunden.
Das Aufzeichnungsverfahren MPEG2 ist für den Video-Schnitt nicht zu empfehlen, da wenige Programme das „native MPEG-Editing“ unterstützen.
Eine weitere Neuheit heißt: Micro-Drive. Darunter versteht man eine miniaturisierte Festplatte, welche in Form einer Speicherkarte (CompactFlash) in den Camcorder eingelegt wird. Dieses digitale Speichermedium hat eine hohe Speicherkapazität (1-8 Gbyte). Die Micro-Drive Festplatten haben aber auch einen Nachteil: Durch starke Erschütterungen oder einen zu niedrigen Luftdruck können sie sehr schnell beschädigt werden.
Ist Ihnen die Fotofunktion Ihres Camcorders wichtig, sollte er auch ein separates Speichermedium für digitale Fotos haben. Hier gibt es viele verschiedene wie z. B. CompactFlash, SmartMedia, MultiMediaCard oder MemoryStick.
k) Akku
Auch der Akku ist bei einem Camcorder natürlich nicht unwichtig!
Standard ist ein Lithium-Ionen-Akku, der eine reelle Aufnahmezeit von 2-3 Stunden bietet. Ideal, um den Camcorder auch weiterbenutzen zu können während der Akku aufgeladen wird, ist ein externes Ladegerät mit einem zweiten Akku. Die meisten Camcorder haben jedoch ein integriertes Ladegerät, was den Filmemacher bei einem leeren Akku zu einer Drehpause zwingt.
l) „progressive scan“-Funktion
Wenn Sie gerne Fotos aus ihren Filmaufnahmen (Standbildmodus) machen, vergewissern Sie sich, dass der von Ihnen gewählte Camcorder über eine „Progressive Scan“-Funktion verfügt. Camcorder, die über diese Funktion verfügen, sind dazu in der Lage, Vollbilder aufzunehmen, so dass sie keine streifigen, körnigen Fotos zu befürchten haben. Außerdem können Sie diese Vollbilder auch flimmerfrei auf einem Flachbildschirm oder Projektor wiedergeben.
m) Gewinde
Einem weiteren Detail sollten Sie beim Kauf Aufmerksamkeit schenken. Haben Sie einen Blick darauf, ob der Camcorder über ein Objektivgewinde verfügt, auf das man Filter oder Vorsatzlinsen schrauben kann. Gerade bei sehr hellem Tageslicht ist es empfehlenswert, einen Tageslichtfilter zu benutzen, um die Linse vor Beschädigungen zu schützen. Außerdem können Sie dann problemlos verschiedenen Farbfilter oder einen Weitwinkelvorsatz nutzen.
Das Objektivgewinde und die damit verbundenen Filter-Möglichkeiten sind jedoch nicht notwendig, wenn Sie Ihren Camcorder „nur“ für private Aufnahmen nutzen wollen. Ist es Ihr Anliegen, einige Geburtstage und andere Familienfeiern für Ihr privates Foto- und Filmarchiv festzuhalten, sollten Sie sich nicht in Unkosten stürzen. Ein Camcorder ohne Gewinde reicht für diese Zwecke vollkommen aus.
5. Was gehört alles dazu? Der Lieferumfang
Verbindungskabel und benötigte Software sind normalerweise im Lieferumfang enthalten.
Als praktisch erweisen sich auch Fernbedienungen, wenn man zum Beispiel Kameraaufnahmen zu einem bestimmten Zeitpunkt starten möchte oder seine Videos ohne ständiges aufstehen vom Platz aus navigieren möchte. Doch nicht alle Camcorder haben auch eine im Lieferumfang enthalten.
Weiteres Zubehör, was extra gekauft werden muss, ist zum Beispiel ein Stativ. Deren Preisklasse reicht von wenigen Euros bis hin zu mehreren Tausend.
6. Tipps und Tricks
Achten Sie vor dem Kauf darauf, welche Maße der Camcorder haben soll. Denn neben den klassischen Bauweisen, die ähnlich einer Super-8-Kamera sind, gibt es nun auch die sogenannten Upright- Modelle. Diese sind im Hochformat gebaut und werden dadurch viel kompakter. Manche Modelle passen sogar in eine Jackentasche. Doch je kleiner und handlicher der Camcorder wird, desto weniger benutzerfreundlich wird dieser. So können zum Beispiel Aufnahmen schneller verwackeln. Deswegen prüfen Sie die verschiedenen Modellausführungen einfach vorher im Geschäft, damit Sie wissen, mit welchem Sie am Besten umgehen können.
Kleiner Tipp für besondere Filmaufnahmen: Wenn Sie Kinder aufnehmen, achten Sie auf den Blickwinkel. Dieser ist aufgrund des Größenunterschieds natürlich ganz anders, als der von Erwachsenen. Empfehlenswert ist deswegen, auf Augenhöhe der Kleinen zu filmen oder auch mal die Sprösslinge selbst an die Kamera zu lassen. So bekommt der Film die richtige Perspektive.
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